Kult Katze
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Übersee-Museum Bahnhofsplatz 13, 28195 Bremen
© Übersee-Museum Bremen
Kult Katze
Während in der Kunsthalle der Dackel seine eigene Schau hat, widmet sich das Übersee-Museum dem noch beliebteren Haustier: Den geheimnisvollen, eleganten und widersprüchlichen Stubentigern.
Göttin, Rätsel, Popstar
Sie herrscht über das heimische Sofa, regiert das Internet und fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden: Die Katze ist Kult. Doch wie viel Raubtier steckt eigentlich noch im gemütlichen Stubentiger? Wie wurde aus der wilden Ahnin ein verehrter Schädlingsbekämpfer, ein Herrschaftssymbol und schließlich der Megastar der Social-Media-Welt?
Die neue Sonderausstellung setzt dem populärsten Wegbegleiter des Menschen mit etwa 300 faszinierenden Exponate aus Asien, Afrika und Amerika auf rund 800 Quadratmetern ein Denkmal – und stößt ihn gleichzeitig liebevoll vom Sockel.
Cat Walk durch vier Jahrtausende
Schmusepeter, Glücksbringer, Prestigeobjekt oder Ruin: Die Beziehung zwischen Mensch und Samtpfote ist vielschichtig und voller Gegensätze. Gleich zum Auftakt nimmt ein atmosphärisch inszenierter „Cat Walk“ die Besucher:innen mit in die Welt der Feline – Auge in Auge mit Löwen, Schneeleoparden, Ozelots und der vertrauten Hauskatze.
Im ersten Ausstellungsteil dreht sich alles um die symbolische und spirituelle Kraft von Groß- und Hauskatzen: Spektakuläre Exponate wie ein echter Leopardenthron aus dem ehemaligen Königreich Bamum (Kamerun) oder ein Löwenfell-Ensemble aus Abessinien zeigen, wie Herrscher die Symbolik der Tiere für ihre Macht nutzten. Echte Katzenmumien aus dem Alten Ägypten zeugen vom Kult um die Göttinnen Bastet und Sachmet. In Asien fasziniert eine beeindruckende Wand voller wandelnder Maneki Neko (Glückskatzen). Doch die Katze war nicht nur geliebt. Die Schau zeigt auch ihre dunkle, unheimliche Seite in Mythen sowie ihre Nutzung als widerspenstiges Symbol in Befreiungsbewegungen und Protestkulturen.
Der zweite Teil zeichnet den Weg der Katze an die Seite des Menschen nach: Ob als Schutz vor Mäusen in den Seidenmanufakturen Chinas und Japans – inklusive der Geschichte der berühmten japanischen Bahnhofskatze Tama – oder auf historischen Handelsrouten: Die Ausstellung zeigt, wie die Katze die Welt eroberte.
Dabei blendet die Schau auch heikle Themen nicht aus. Ein Experteninterview und Beutetiere beleuchten die ökologischen Auswirkungen freilaufender Katzen auf die Heimischen Arten. Zudem werden Zuchtgeschichten (von der Siamkatze bis zu den Schattenseiten moderner Qualzucht) und Fragen zur artgerechten Kommunikation aufgegriffen.
In der Gegenwart angekommen, schlägt die Ausstellung den Bogen von historischen japanischen Holzschnitten bis zu heutigen Katzen-Memes. Eine bunt nachgebaute New Yorker Bodega feiert die berühmten Ladenkatzen. Wer mag, entspannt am Ende in der gemütlichen Leseecke – oder schwingt in der Katzen-Disko das Tanzbein zu den besten „Miaow“-Covern von Bongo Cat!
Mitmach-Formate von entspanntem Katzen-Yoga über knifflige Quiznights bis hin zu kreativen Aktionen rund um Pussy-Hats und Rollenspiele ergänzen die Ausstellung.
Zu sehen bis 30. Mai 2027, Di - Fr 9 - 17, Sa/So 10 - 18 Uhr.