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Jugend forscht 2026, Bremen
Neele (14) und Merle Büscher (12) beschäftigten sich mit KI-gesteuerten Verkehrsschildern
Jugend forscht zeigt, was in unseren Kindern steckt, und allen internationalen Leistungsvergleichen zum Trotz: Bremens Schüler:innen beweisen einmal mehr, wie viel Neugier, Kreativität und Forschergeist in ihnen steckt. Beim Landeswettbewerb von Jugend forscht wurden im März 2026 die besten Projekte ausgezeichnet – und die Zahlen sprechen für sich.
Mehr als 600 Kinder und Jugendliche aus Bremen und Bremerhaven haben sich in diesem Jahr beteiligt, mit insgesamt über 300 Projekten. In zwei Altersgruppen (Junior: 9 bis 14 Jahre und Jugend: 15 bis 20 Jahre) untersuchten sie Alltagsphänomene wie stabile Seifenblasen, entwickelten Apps, analysierten Schachstrategien oder tüftelten an klimaneutralen Brennstoffen. Unter dem Motto „Maximale Perspektive“ zeigen die Arbeiten, wie sehr junge Menschen heute die globalen Herausforderungen im Blick haben.
Ausgetragen wurde das Landesfinale beim Bremer Standort von Airbus Defence and Space – ein passender Ort, schließlich ging es in vielen Projekten um Zukunftstechnologien. Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Schulen begleiten den Wettbewerb seit Jahren und sorgen dafür, dass aus ersten Ideen tragfähige Projekte werden.
Spitzenreiter im Bundesvergleich
Was viele überrascht: Im Vergleich mit allen anderen Bundesländern liegt ausgerechnet das kleinste Bundesland seit Jahren an der Spitze: Laut Jugend forscht verzeichnet schon seit Jahren kein anderes Bundesland so viele Anmeldungen, gemessen an der Zahl der Schüler:innen.
Zum Vergleich: In großen Flächenländern wie Nordrhein-Westfalen oder Bayern liegen die absoluten Teilnehmerzahlen zwar höher, doch anteilig bleibt Bremen an der Spitze. Bildungsexpert:innen führen das unter anderem auf die enge Zusammenarbeit von Schulen, Hochschulen und Unternehmen zurück – ein Netzwerk, das jungen Talenten früh praktische Erfahrungen ermöglicht.
Forschen mit echtem Alltagsbezug
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Jugend forscht Bremen 2026
Mika Volmers (13) und seine Teststation für Wireless Power Transfer
Dass die Projekte nicht nur theoretisch sind, zeigte sich auch in diesem Jahr eindrucksvoll. So entwickelten zwei Schwestern intelligente Verkehrsschilder, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz Vorfahrtsregeln dynamisch steuern könnten. Ein 13-jähriger Schüler baute eine Teststation für kabellose Energieübertragung – ein Thema, das auch in der Industrie zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Andere Arbeiten beschäftigten sich mit Umwelt- und Klimafragen: von der Wasserspeicherfähigkeit von Böden über nachhaltige Materialien bis hin zur Entwicklung klimaneutraler Brennstoffe aus Alltagsabfällen. Viele dieser Ideen haben das Potenzial, weit über den Wettbewerb hinaus Wirkung zu entfalten.
Lernen jenseits von Noten und Rankings
Gerade vor dem Hintergrund von Studien wie PISA, in denen Bremen meist schlecht abschneidet, zeigt der Wettbewerb eine andere Seite des Bildungssystems. Hier geht es nicht um standardisierte Tests, sondern um eigenständiges Denken, Experimentieren und Durchhaltevermögen. Das zeigt: Wenn Kinder die Möglichkeit bekommen, ihren Interessen nachzugehen, entstehen Leistungen, die sich nicht in Tabellen messen lassen.
Auf dem Weg zum Bundesfinale
Die 20 besten Nachwuchsforscher:innen Bremen dürfen ihre Projekte nun Ende Mai 2026 beim Bundeswettbewerb in Herzogenaurach präsentieren. Dort treffen sie auf die anderen Sieger:innen aus ganz Deutschland.
Für Bremen ist das mehr als nur ein Wettbewerb: Es ist die Chance zu zeigen, dass in den Klassenzimmern des Bundeslandes Ideen entstehen, die unsere Zukunft mitgestalten können.
Bremens Nachwuchs kann mehr, als manche Statistik vermuten lässt – und „Jugend forscht“ liefert Jahr für Jahr den besten Beweis dafür.