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Fasten: 40 Tage ohne
Ende Februar hat die Fastenzeit begonnen, dieses Jahr präzise am 22. Februar. Meine Kindheitserinnerungen an Kirche und die damit verbundenen Riten und Pflichten sind eher ambivalent.
Und zumindest früher konnte ich daher dem Konzept des "Fastens auf Zeit" eher wenig abgewinnen. Heute hingegen empfinde ich die Idee des Fastens als maximal zeitgemäß, mit oder ohne Glaubensbekenntnis. Gut dabei finde ich den Aspekt des "Gewinns durch Verzicht". Und mal am Rande erwähnt:
Wer tatsächlich glaubt, wir als Gesellschaft können ohne Verzicht weiter existieren, ist schwer auf dem Holzweg.
Also, habt ihr schon eine Idee, auf was ihr schon immer mal verzichten wolltet und irgendwie ein logischer Rahmen oder ein Impuls dafür gefehlt hat? Nach Fastnacht ist es beispielsweise schon naheliegend auf Alkohol zu verzichten, doch es gibt so vieles mehr, was in Frage kommen könnte und gleichzeitig eben "Sinn macht". Handynutzung, Gespräche statt Streams, weniger Zucker, kein Kunststoff in Badezimmer, Küche und Co, nicht noch ein T-Shirt, Rad statt Auto, Dinge bewusst kaufen, und so weiter, endlos und ganz klar individuell. Und das Tolle dabei ist: die Zeit bis Ostern ist gar nicht so lange. Speichert es für euch als Selbstversuch ab und wer weiß, vielleicht bleibt ja auch was davon hängen. Wäre doch klasse. Wer ein Motto sucht, kann das übrigens auch bei der Aktion "7 Wochen ohne", der Fastenaktion der evangelischen Kirche, finden.
Deren Motto für 2023 ist: "Leuchten! Sieben Wochen ohne Verzagtheit". Verzagtheit, eine schönes altmodisch klingendes Wort, das im Gedächtnis kleben bleibt und etwas mehr Leuchten können wir doch alle vertragen. In diesem Sinne – auf was verzichtet ihr, was gibt euch Sinn und lässt euch leuchten? Gutes Gelingen!
Zum Autor
Holger Müller lebt mit Frau und Töchtern in Köln. Als Familie versuchen sie, das komplexe Thema Nachhaltigkeit in ihrem Alltag zu leben. Holger arbeitet als Qualitätsmanager an einer Hochschule und lehrt an der Uni, wie Nachhaltigkeit und Zukunft zu gestalten sind. In Kinderzeit Bremen berichtet er regelmäßig aus seinen Erfahrungen mit nachhaltigem Leben im Familien-Alltag. Authentisch, informativ und witzig.